i be gan.

Idiosynkrasie

Nie morgens frühstücken können. Immer erst ein, zwei Stunden später, wenn der Magen und der Kopf sich beruhigt haben. Mit Marmaladenbrot (Pfirsich, von Mama) und einem Liter Schwarztee dasitzen und an die Nacht denken. An Oma, die zuerst Onkel Dagobert war, und dann zu Oma wurde. An Oma, die sich an meinen Arm gehängt hatte, und mit mir die Spinde überprüfen wollte. Sie wollte Geld hineinstecken, um herauszufinden, ob die Münzen in zehn Jahren noch da wären. Der Spind, in dem ein griechischer Tempel steckte. Den sich eine Frau hat bauen lassen, die ich kenne, seit ich Kind war. An meine Tante, die von meinen Schuhen begeistert war, als meine Oma und ich endlich die Treppen runterhüpften. Beige, ein paar Lederbändchen, hochhackig. Mit roten Blümchen drauf. Fast die selben Schuhe, die ich mir damals in Malaga gekauft (ohne Blümchen) und noch nie getragen habe. Meine Tante trug ein weißes Leibchen und Hotpants. Oma auch. Ich auch. Dann wars vorbei.
Das Marmeladenbrot ist gegessen, der Tee noch heiß, Urban II ruft mich.
Idiosynkrasie.

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4 comments

4 Comments so far

  1. Gabi203 Januar 29th, 2006 18:07
  2. r. (anonym) Januar 30th, 2006 10:35

    REPLY:
    In der Linguistik zeichnet sich ein idiosynkratischer Begriff dadurch aus, dass er in der bezeichneten Bedeutung nur von einer einzelnen Person oder Gruppe verwendet wird, und üblicherweise einer anderen Bedeutung zugeordnet ist. — tja.

  3. gan Januar 30th, 2006 11:15

    REPLY:
    Mein Duden hatte das als medizinischen Begriff der Überempfindlichkeit gegenüber bestimmte Stoffe und Reize definiert. Und ich vertraue meinen Duden.
    Mit linguistischen Idiosynkrasien kann ich manchmal allerdings auch dienen.

    (copy&paste aus der wikipedia?)

  4. r. (anonym) Februar 2nd, 2006 09:44

    REPLY:
    … erwischt. warum einen eigenen satz zusammenzubrauen wenn es sich doch anbietet … just love wiki. habe eigentlich noch nie einen (gravierenden) flehler entdeckt, also nehm ich gerne mal anleihen :-)

    @ linguistik: bietet sich ja gerade in diesem kontext den titel in dem paradigma zu lesen statt jetzt in die medizin zu schauen.oder wenigstens hätte ich da nicht gleich daran gedacht sondern eben linguistik. vielleicht bin ich fixiert oder mag keine naturwissenschafter. den titel sozusagen medizinisch auszulegen passt aber irgendwie auch, hast recht.

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