Archive for Oktober, 2008
endseindenken
Wegtrinken sollte man sich. Den Geschmack ersticken, so dass es nur mehr brennt, oder eben nicht brennt, und dann mit Wasserbauch/aufgedunsen und/oder – je nach Veranlagung – schmalbrüstig und spitzrippig umherwanken, auf dass die Anderen erschauern beim Anblick und Platz machen auf dem Weg in die Gosse/den Straßengraben/die Psychiatrie.
Wegessen sollte man sich. Die Hochgenüsse aufnehmen, Fasanenbrust, Nussrouladen, Schokoladenmousse, feinste Schaumsuppen und/oder kandierte Veilchen. Froschschenkel, Schnecken und Wild nach Belieben. Und dann rollen und rund sein und feist und weich, und Hautfalten in denen Bergseeen versinken könnten, auf dass den Anderen der Mund offen stehen bleibt, sie ohen und ahen, mit den Fingern zeigen und einander zuzischen, aber nicht aus den Weg müssen, denn weiter kommt man ja nicht mehr.
Wegdenken sollte man sich, die Augen zu/offen, Insichsein und Außersichfühlen – aber nicht sehen, nicht gehen, kein Platz mehr, der geräumt, kein Weg mehr, der gemacht werden will, nur einer, der gedacht werden will.
1 commentSchiefe Bilder
[beware: Eigenerfahrungen, vermischt mit einer etwas negativen Grundstimmung]
Das Studium ist wie ein Trachtenumzug: Man bereitet sich gespannt und mit großem Aufwand vor, wartet lange darauf, endlich losziehen zu dürfen, malt sich so einiges aus, dann reiht man sich endlich ein, beginnt seine Runde und erkennt – Da sind noch hundert Andere, die sich genauso aufgeputzt haben, genauso aussehen und genau dasselbe machen. Man marschiert und läuft seine Strecke ab, achtet dabei vor allem auf die Außenwirkung (joviales, nicht zu häufiges Winken in Richtung der Schaulustigen, die genau dasselbe schon vorher gesehen haben, und nachher noch sehen werden). Am Ende ist man todmüde, die Füße tun weh, man hat einen Krampf im Arm, aber nichts besonderes geleistet und vor allem: Keine Ahnung, was man jetzt denn machen soll.
[Ich hatte gewarnt]
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