underdressed and overaged (Festivalfragment)
Aus den Untiefen meines Archivs:
[...] das Salzkammergut ist da, wo es anfängt zu regnen, und einfach nicht mehr aufhört. Menschen, die barfuß durch den Schlamm laufen, sich einen Karton um den Hals hängen und “Mama, i brauch kane Regenstiefel” draufschreiben. Menschen, Kinder, Jugendliche. Menschen, die barfuß durch den Regen/Schlamm/Matsch/Tag stampfen/und nicht krank werden/denn die Liebe/die Liebe und der Alkohol/ überhaupt die Euphorie. Schiefe Blicke. Tiroler, die sprechen wie ihre eigene Parodie, alles pärig finden und eh schon seit fünf Uhr früh trinken. Fremdschämen. Dann doch: Plastiksack im Schuh/Plastiksack statt Schuh/Plastik um das Hosenbein/Plastik statt Hose/aber auch barfuß und mit hotpants. Es regnet. Und jeder Schritt ist statement. Die Massen tragen den Gratisregenschutz. Die rote/rosa/weiße Festivaluniform. Regenstiefel in bunt in rosa in grün in gelb oder die Matschversion. Sich mit Freunden in den Schlamm schmeißen/in der Riesenlacke, in der das eigene Zelt versinkt, eine Angel auswerfen/die Luftma [...]
Oh, Mr. Kaizer
Bevor ihr fragt, ja, ich habe ungefähr fünfzig Bilder, die alle so in etwa das selbe zeigen. Es war großartig. Nach vier Jahren diese Band, meine Band das allererste Mal zu sehen. Kaizers Orchestra. Ja. Sehr schön.
Allerdings haben sich die Herrschaften etwas zu früh verzogen, die letzten Takte von Bak et Halleluja waren noch nicht einmal gespielt, und obwohl wir, das Publikum also, fast zehn Minuten lang gesungen und geklatscht und gewartet haben, kamen sie nicht mehr auf die Bühne. Ich gebe ja der aktuellen Frisur von Janove die Schuld. Vielleicht war es auch ein bisschen die Strafe dafür, dass der größere Teil des Publikums augenscheinlich die Lieder nicht kannte, und so bei Ompa Til Du Dør sehr oft sehr falsch den Refrain sang. Tz.
[Wer sich fragt, wovon ich hier denn spreche, sollte schnellstens hier hin oder dahin oder auch hier her, tanzen, und Janove mit kurzem Haar begutachten. Allesamt eine Empfehlung von meiner Seite.]
8 commentswell,
I don’t care as long as you sing.
(file under:
einfach mal so ein Zitat bloggen, auf dass das andere auch bald wieder geht.)
Menschen ohne Seele
Letzte Woche, als ich wieder einmal viel zu spät dran war und nur noch schnell die ipod-Kopfhörer suchen wollte, sang plötzlich Bono Vox in meinem Kopf “And I still haven’t found what I’m looking for”. Ich war sehr verzweifelt, und als ich die Kopfhörer dann schließlich fand, durfte mich Walter eine dreiviertel Stunde lang mit Jan Delays Mercedes Dance bearbeiten. Ich war nämlich trotzdem früher dran. Funky.
(Das hier ist für Val, die mit mir dann später am selben Abend nach Adjektiven für Bono Vox suchte. Mehr als pseudohumanitär, humantitärgeil oder gutetatengeil haben wir nicht zusammenbekommen. Zuviele Cocktails, zuviel Zigarettenrauch, und zuviel Euphorie vom Billardspielen. Ja.)
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