i be gan.

Den Anfang verschlafen & am Ende schon tot sein / Panik macht auch keinen Spaß / den Braten nicht fett / Krankhafter Positivismus / “Ich weiß ja nicht, wie Sie zu feministischen Theorien und intellektueller Hirnwichserei stehen.” / Schule machen / Schuhe machen / NEVER EVER EVER?! / Bauzaunkönig / in Lachen lachen und in Massen weinen / heimfahren, heimgehen und wegsehen vs. Wege sehen / niemals ohne Bindestrich / bau dir dein eigenes Herz! / Floskeln beherzen und Bemühungen verbeißen / Schmerzen verheißen / Wege vergessen und Spatzen verpetzen / Freunde verletzen oder Narben verdecken? / lieber einfach: Leberflecken vernetzen / Rad fahren, Spaß haben – oder einen im Sarg haben / Bären bergen, Hasen schlagen und mäusemausend verschnaufen / verheerend keuchen und ehrend meucheln / den Bären im Honig loben vs. den Honig vorm Bär holen / all hail Inhaltsverzeichnis / all hail Forschungsfragen // CETERUM CENSEO PROKRASTINATIONEM DELENDAM ESSE. / am dam des / Exzess.

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etwas arg spezifisches / Liebe und Rechtschreibung / Die Zeit ohne einen Fallschirm / Nase popeln und Hände verschränken / zu spät kommen, warten, und die Arme über Kreuz / leere Bierflaschen und Kühlschrankmagnete / einen goldenen Fußball im Bett / Faulenzer vs. Geodreieck / Selbstbeweihräucherung in Zeiten des Zölibats / Rechtsmittel, und “friedhofsblonde Haare” / Pornobrillen und Mahngebühren / Umleitungen vs. Garnichthingehen / Freundschaft ohne Toleranz / Respekt mit Auslosen / Zäune gegen den Fortschritt / wenn das Studieren leicht wär, hätten wir alle einen Hochschulabschluss (vs: fast alle) / Zeit zerfließt / entartete Kommunikation / Kontext, Recherche & Staubpartikel / am Riemen reimen / eine Schwalbe macht noch keinen Lack kaputt / Vertrauen verschätzen / überschätzen / WIE BITTE? / nachts sind alle Ergüsse großartig / Geistes / goldene Bullen und Milchkühe / Käpt’n Blaubeer aß ein Eis / Plan und Phantasie / spontan weinen und: Geliebte Gefühlsduseleien / Zahnbürsten für Lehrmaterialen / “Ich sage ja immer, die schießen so lange hin und her, bis einem was passiert.” / Geständnis heucheln und mit Gerste spielen / aufgeben vs. üben / Haus am Strand oder Hotel am Meer? // Im Grunde überschätzt Du Dich selbst.

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exkursionsbericht

drei tage quer durch ober- und niederösterreich. sie sagen, wir fahren rauf, dann runter und dann rüber und dann wieder zurück. völlig den blick aufs große ganze verloren, die welt vor den busfenstern ist eh nur schwarz und grau und nebelig. beim ersten mittagstisch verbale haue für die klischeehafte bemerkung, es sei eh alles so flach. wieder an der innerösterreichischen dialektalen zuordnung scheitern. mehr als vorarlbergerisch, tirolerisch und vielleicht dann noch das burgenländerische, mehr geht nicht. dann verlorengehen. als letzte noch zahlen, bei einer verzweifelten kassiererin, die völlig vergessen, dass man ja noch mit bancomat zahlen wollte, und zuwenig geld bekommen hatte für ihre fünfunddreißig menüs, und dann ganz erleichtert. die gruppe geht schon mal nach draußen, ich muss noch zahlen, die erste bancomatkarte geht nicht, limit überzogen, und dann halt die italienische, und es dauert ein bisschen länger, smalltalk, dann vor die tür, und dann: verloren. allein. die gruppe ist weg, da ist nur nebel und eine breite straße, und sie haben mich vergessen.

später ist es ihnen dann unglaublich peinlich, sagen sie, ein schlechtes gewissen, sagen sie, und alle kennen meinen namen und mein gesicht, und dass du uns ja nicht mehr verloren gehst. die turnlehrer entwickeln beschützerinstinkte, die archivarin, die noch schnell ihre diplomarbeit schreibt, und eine tochter in meinem alter hat, auch. die vorarlbergerin hatte mich als erste vermisst, die wiener sprechen von westlicher solidarität. in der zwischenzeit hatte ich mir den hundertwasserbrunnen dreimal angeschaut, und mit der uni wien telefoniert, denn keine handynummer von irgendwem und die sekretärin gibt sich mühe und sucht und schaut und telefoniert und smst. am ende dann wieder gefunden, und die nächsten zwei tage höre ich immer wieder, bist eh noch da?, telefonierst wieder mit der uni? und nach dem essen: ich sag jetzt nichts, aber das ist ja für dich der kritische moment, ich bleib jetzt einfach bei dir.

jetzt fangen sie an, namenslisten vorzulesen und handynummern auszutauschen.

nieder- und oberösterreichische kleinstädte, ich weiß jetzt nicht mehr, was wo lag, dreieckige stadtgrundrisse, glückliche archivare, dass ihr da von der uni wien kommt, tut gut, man muss ums budget kämpfen, und der vizebürgermeister und seine frau, die finanzstadträtin. er zeigt seine kämmerchen im obersten stock des stadtamtes, kalt ist es, die räume sind klein und im sommer heiß. wir sitzen im großen sitzungssaal, draußen hängen die porträts der bürgermeister, zwei hatten einen hitlerschnauzer, der von 36 bis 38, und der von 46 bis 50. im gang hängt ein plakat vom zivilschutz, wie denn bei atomunfällen und terroranschlägen das leben zu retten sei, abgebildet: ein flugzeug, das in ein atomkraftwerk fliegt.

die befriedigung, spätmittelalterliche und neuzeitliche schriften lesen zu können.

am nächsten tag – übernachtung im viersternehotel mit wellnessbereich und frühstücksbuffet, ein schnäppchen sagen die professoren, aha sagen wir – das gegenprogramm. geld gabs genug, weil landesausstellung, der archivar von gestern würde weinen, wenn er sowas hätte, denke ich. der professor liest mit märchenstimme einen ransmayrtext vor. die stadt ist schmuck und bunt und freundlich und abends wie ausgestorben.  die turnlehrer wundern sich über frauen, die bier trinken, und wenn man sie fragt, ob man als turnlehrer grundsätzlich sadistisch veranlagt sein muss, lachen sie. wir reden über starmania und spanisch als weltsprache und schwiegereltern und wie sich das anfühlen muss, von archivalien zerquetscht zu sterben.

in steyr mussten sie einen barocken schrank auseinanderschneider, damit man die türen öffnen kann. staub und chaos und ein mittelalterlicher innenhof, in den ich mich verliebe. die englischlehrerin – überhaupt, so viele lehramtsstudenten auf einem haufen, wir entwickeln dann später die theorie, dass alle deswegen immer so pünktlich sind, weil als lehrer magst du ja zeitpläne, und als lehrer respektierst du ja autoritäten, weil du selbst eine darstellen willst, was gabi zwei tage später nachts am gürtel auf den nachtbus wartend mit diese faschisten kommentiert – fragt die schwangere, wie denn das mit den überlebenschanchen bei frühgeburten aussieht. wir haben keine namen, wir sind nur typen.

auf den kirchturm hinaufsteigen, ganz nach oben. einen papierflieger aus lachsrosa papier runterschmeißen, der sich dreht und dreht und dann in einer dachrinne landet.

in linz steht dann ein amishbart einem amishbart gegenüber. dreißig laufkilometer archivalien, ein speicherturm, und die englischlehrerin fragt, was ein terabyte ist. in kartonen wühlen, die professoren sind ganz aufgeregt. kindsmordverhandlungen und urbare. ein steckbrief, und der gesuchte böhmische schauspieler hatte eine proportionierte nase – was auch immer das heißen mag.

der busfahrer lässt schon wieder den motor laufen, am ende kriegt er applaus, die englischlehrerin johlt.

in wien dann endlich wieder zurück in der welt, drei tage keine zeitung, keine nachrichten. die D heißt noch D und bringt mich nachhaus und ich will eigentlich nur mehr schlafen.

photo habe ich kein einziges gemacht.

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[...] ich mag bücher, müssen Sie wissen, ich lese gerne, hab in bibliotheken gearbeitet und also eine vorstellung vom publikum – wer hat denn zeit zu lesen? und was liest mann denn so den ganzen tag, mann liest eh nicht, es sind eh die frauen, die kommen mit den kindern, sie wollen über liebe lesen, aber zuviel sex ist dann auch nicht gut, den hat sie lieber selbst, meinte einmal eine grauhaarige oma zu mir, während ihr dreijähriger enkel sich baggerbücher aussuchte. überhaupt, in bibliotheken machen sie sachen, an die denkt man so als leser gar nicht, ich mein, bücher mit alkohol putzen, also mit putzalkohol, dem rosanen, der einem die nasenhaare wegbrennt, ein netter nebeneffekt, denn die kommen ja mit dem alter. kinderbücher jedesmal, also putzen, die erwachsenenbücher dann, wenn die lust da ist. rosaner putzalkohol und ein stück von einem alten leintuch. schön ist es bei den büchern wo pickerle über pickerle, folie über folie geklebt, durchsichtig, aber ständig die neuen systematisierungssysteme, immer wieder wird alles anders gemacht, die brauchen ja auch arbeit, die beim land, und dann sammeln sich in den falten und ecken die fussel, die essensreste, die haare, der speichel, und der dreck. aber der rosane, der packt das. die buchstabenkürzel, also die ersten buchstaben des autorennamens auf den büchern, rechts oben, oder nein, auf dem buchrücken, die werden von hand geschrieben, mit schablonenbuchstaben, ich weiß aber immer noch nicht, ob die buchstaben nur nach schablonenbuchstaben aussehen oder mit der schablone gezogen werden, sie sind fein und dünn und unpersönlich aber leserlich. überhaupt, bibliothekarinnen schreiben leserlich, noch aus der zeit als alles händisch auf diese karteikarten kam, name des kindes, nummer des kindes, name des buches, nummer des buches, ein datum, das zweite datum, und dann ein stempel, aber der kam direkt ins buch hinein, der kommt immer noch, aber die karteikarte ist weg, und die grauhaarigen dünnfingerigen bibliothekarinnen schießen jetzt mit laserpistolen rote lasernetze, lesegeräte, lasergeräte.

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