Folge stets dem Elefanten.
Heute, im Zuge valganscher Projektrecherche (hui!), fand ich nach langer Suche in einem altem Forum ein sehr dialektlastiges Posting meinerseits aus 2004 (!): eine Auflistung all jener Dinge, die die Eltern so zur Tochter sagen.
Das hier ist für all jene, die nach “südtirolerisch” googlen, hierher verwiesen werden – und dann nichts finden.
(psst! Südtiroler Dialekt Wörterbuch! weitersagen!)
(nach dem Klick, denn die Wurst ist ein bisschen hässlich.)
Comments are off for this postSchiefe Bilder
[beware: Eigenerfahrungen, vermischt mit einer etwas negativen Grundstimmung]
Das Studium ist wie ein Trachtenumzug: Man bereitet sich gespannt und mit großem Aufwand vor, wartet lange darauf, endlich losziehen zu dürfen, malt sich so einiges aus, dann reiht man sich endlich ein, beginnt seine Runde und erkennt – Da sind noch hundert Andere, die sich genauso aufgeputzt haben, genauso aussehen und genau dasselbe machen. Man marschiert und läuft seine Strecke ab, achtet dabei vor allem auf die Außenwirkung (joviales, nicht zu häufiges Winken in Richtung der Schaulustigen, die genau dasselbe schon vorher gesehen haben, und nachher noch sehen werden). Am Ende ist man todmüde, die Füße tun weh, man hat einen Krampf im Arm, aber nichts besonderes geleistet und vor allem: Keine Ahnung, was man jetzt denn machen soll.
[Ich hatte gewarnt]
Comments are off for this post[...] ich mag bücher, müssen Sie wissen, ich lese gerne, hab in bibliotheken gearbeitet und also eine vorstellung vom publikum – wer hat denn zeit zu lesen? und was liest mann denn so den ganzen tag, mann liest eh nicht, es sind eh die frauen, die kommen mit den kindern, sie wollen über liebe lesen, aber zuviel sex ist dann auch nicht gut, den hat sie lieber selbst, meinte einmal eine grauhaarige oma zu mir, während ihr dreijähriger enkel sich baggerbücher aussuchte. überhaupt, in bibliotheken machen sie sachen, an die denkt man so als leser gar nicht, ich mein, bücher mit alkohol putzen, also mit putzalkohol, dem rosanen, der einem die nasenhaare wegbrennt, ein netter nebeneffekt, denn die kommen ja mit dem alter. kinderbücher jedesmal, also putzen, die erwachsenenbücher dann, wenn die lust da ist. rosaner putzalkohol und ein stück von einem alten leintuch. schön ist es bei den büchern wo pickerle über pickerle, folie über folie geklebt, durchsichtig, aber ständig die neuen systematisierungssysteme, immer wieder wird alles anders gemacht, die brauchen ja auch arbeit, die beim land, und dann sammeln sich in den falten und ecken die fussel, die essensreste, die haare, der speichel, und der dreck. aber der rosane, der packt das. die buchstabenkürzel, also die ersten buchstaben des autorennamens auf den büchern, rechts oben, oder nein, auf dem buchrücken, die werden von hand geschrieben, mit schablonenbuchstaben, ich weiß aber immer noch nicht, ob die buchstaben nur nach schablonenbuchstaben aussehen oder mit der schablone gezogen werden, sie sind fein und dünn und unpersönlich aber leserlich. überhaupt, bibliothekarinnen schreiben leserlich, noch aus der zeit als alles händisch auf diese karteikarten kam, name des kindes, nummer des kindes, name des buches, nummer des buches, ein datum, das zweite datum, und dann ein stempel, aber der kam direkt ins buch hinein, der kommt immer noch, aber die karteikarte ist weg, und die grauhaarigen dünnfingerigen bibliothekarinnen schießen jetzt mit laserpistolen rote lasernetze, lesegeräte, lasergeräte.
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