Ich hätte jetzt gerne bitte meinen Kaffee, den ich am Sonntag nicht mehr austrinken konnte, weil ich schnell zu meinem Flieger musste.
(Flieger? KleinesPropellerflugzeugnamensTirol, nicht Flieger.
Und Kusinen, die einander beim versteckulus fragen “Wie heißt du eigentlich?”.)
Vom studentischen Leiden an Bagatellen, Begrifflichkeiten und Bajuwaren
Der Jänner. Dieses falsche Aas
schaut drein, als wäre er eigentlich ganz nett und unschuldig, schiebt den Dezember mit seinem Pudelmützchen und der roten Nase vor, baut noch schnell ein paar Wochen Ferien ein,
WettschwimmenderkleinenSchwesterbeiwowendlichLevelvierzig
unddamiteinFeuerpferdWeihnachtenMittagessenmitOmaAbendessen
beiderTanteSilvesterKaffeeundKuchenmitdergesamtenVerwandschaft
GeburtstagdesgroßenBrudersKlassentreffen, zuviel Punsch und Kekse und Wein und gutes Essen und Sekt und calcietto calcetto, du meinst alles ist gut und einfach und ehkeinstress, das geht dann schon noch…
Du hast ihn vergessen, das ist seine Taktik, du sollst dich in Sicherheit wiegen, träumen und taumeln, er lässt sich dann auch noch sehr viel Zeit mit dem Anfangen, sehr viel Zeit – und dann ist er da, du sitzt schon wieder im Zug, und es haut dich nieder. Bumm.
Schleppst dich am Boden nach Wien und bist sowieso schon antriebslos und ICHHABEKEINELUSTINDIEKÄLTERAUSZUGEHEN und frierst und ICHHASSEMEINENSTUNDENPLAN und lebst fast von Schwarztee und Äpfeln und Schokokeksen allein und die Bücher sind sooo schwer, meine Schrift sooo unleserlich, Publizistikstudenten sooo dumm, und du hast viel zu wenig Melatonin, dieSonneistwegundeswirdniemehrwarmwerdenniemehr, und dann sind da diese drei Wochen, die sich zum Ziel gesetzt haben, dich fertig zu machen, vulgo Jänner, denn danach hast du ja wieder Ferien, du faule Studentin, es sind doch nur drei Wochen, und du hast doch sicher was über die Weihnachtsferien getan – Ja sicher habe ich das. Ich habe zum Beispiel ein paar Bücher nach Hause geschleppt, sie nicht aufgeschlagen, wieder eingepackt, weil doch Ferien, weil doch noch so lange Zeit und im Jänner pack ich das mit links, außerdem bin ich zu Hause… und calcetto!!
Jännerverdammtdumachstmichwahnsinnig
(und hab ich schon mal von meinen zehn Minuten Panik erzählt, als ein Bayer meinte, Jänner sei gar kein echtes deutsches Wort… Ich habe im Duden nachgeschaut, porzellana)
Jänner.
Januar.
seufz.
(thirteen days to go)
12 commentsFrau spricht Deutsch.
Ich hab das ja schon immer behauptet. Doch obwohl ich im Besitz einer
Bescheinigung über die Sprachgruppenzugehörigkeit der DEUTSCHEN Sprachgruppe bin, hat es so manche Zweifler gegeben. “Dieser Wisch” so hieß es, “befähigt dich noch lange nicht zu einer perfekt glatten, schnittigen, allen verständlichen Sprechweise!”. Oder so ähnlich. Da mag der Fortis- und Lenisobstruentenexperte vielleicht recht gehabt haben – doch nach jahrelanger Übung bin ich endlich, endlich ob meines makellosen (hehe) Gebrauchs der deutschen Standardsprache als Bundesdeutsche eingeordnet worden. Und damit hat sich das auch erledigt.
Das Magische geschah vor ungefähr acht Stunden, in einem Geschichteseminar, als wir ein Rezept für eine schmackhafte Rotkäppchen Torte aus der Kurrentschrift transkribierten (Ja, sowas macht man an der Uni. Ernsthaft. Und nein, das ist nicht einfach. ) und “Quark” (übrigens sehr schwer zu entziffern) vorkam, den der Österreicher (und auch die Südtirolerin) unter der viel sympathischeren Bezeichnung “Topfen” kennt. Es kam, wie es kommen musste, ein paar freundliche Worte über die bundesdeutschen Nachbarn fielen, und dann, dann meinte mein Professor plötzlich “Nicht, dass sie mich falsch verstehen, liebe Kollegen. Vor allem Sie, Frau Kollegin Gan, sie kommen, glaub` ich, ja aus Deutschland…”.
Es ist geschafft. Ich kann jetzt wieder reden, wie ich will, ohne mich darum zu kümmern, ob man mich versteht. Denn ich kann es. Ich kann glattes geschliffenes “Hochdeutsch” sprechen. All die “häh?”, die “Was sprichst du denn für einen komischen Dialekt?” und “Südtiroler können doch kein Deutsch!” sind vergessen, alle Zweifel begraben. Ich bin glücklich.
Meine schlagfertige Antwort war übrigens “Nein… äh… aus Italien… Südtirol”. Daran muss ich noch arbeiten.
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