Ären enden vs. Ähren ernten / an Resten zehren vs. Zukünftiges begehren oder Idole verehren? / Ideen verkosten und dann langsam verrosten / Schnelle Liebe, schnelles Glück, oder doch lieber Kunst für die Ewigkeit? / Apfelstrudel mit Spinatsaft / oder umgekehrt? / Ode an die Oderkehre / Opium fürs Volk oder Opfer für Vollwert / ums Herz zereißen und Lungen zerfleischen (ja? nein?) / Strichpunkt oder Rufezeichen? / auf den Strich vs. auf den Punkt / interne Expertisen, externe Markisen und makellose Inspizienten / Zahlenlehre und leere Zahnpasta/ Rabauken ohne bauz / Geborgene Schätze und gegorene Liebschaften / Salz unter den Füßen und Pfeffer in den Ohren / Anführungszeichen oder kursiv setzen? / ist das ein Leben? / du bist hart im Geben // Alles für das Ego nichts für die Kunst. /
(Ich sehe ja nur ein großes Fragezeichen vor mir, und weiß noch nicht einmal, mit welchem Finger den Punkt machen soll.)
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Symbolbild: Wien
Postkartenverkaufsautomaten (!) in einer Kirche.
Himmel und Hölle.
In der Mitte die Reflektion des Glasfensters, die fast aussieht wie ein Engel.
Ja. Deswegen mag ich Wien.
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underdressed and overaged (Festivalfragment)
Aus den Untiefen meines Archivs:
[...] das Salzkammergut ist da, wo es anfängt zu regnen, und einfach nicht mehr aufhört. Menschen, die barfuß durch den Schlamm laufen, sich einen Karton um den Hals hängen und “Mama, i brauch kane Regenstiefel” draufschreiben. Menschen, Kinder, Jugendliche. Menschen, die barfuß durch den Regen/Schlamm/Matsch/Tag stampfen/und nicht krank werden/denn die Liebe/die Liebe und der Alkohol/ überhaupt die Euphorie. Schiefe Blicke. Tiroler, die sprechen wie ihre eigene Parodie, alles pärig finden und eh schon seit fünf Uhr früh trinken. Fremdschämen. Dann doch: Plastiksack im Schuh/Plastiksack statt Schuh/Plastik um das Hosenbein/Plastik statt Hose/aber auch barfuß und mit hotpants. Es regnet. Und jeder Schritt ist statement. Die Massen tragen den Gratisregenschutz. Die rote/rosa/weiße Festivaluniform. Regenstiefel in bunt in rosa in grün in gelb oder die Matschversion. Sich mit Freunden in den Schlamm schmeißen/in der Riesenlacke, in der das eigene Zelt versinkt, eine Angel auswerfen/die Luftma [...]
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Der deprimierendste Moment an “Ich habe mein Handy im Zug liegenlassen und werde es nie mehr wieder bekommen” war nicht jener, in dem ich eben dieses realisiert hatte, auch nicht der, als ich zum zweiten Mal mit dem Zugführer telefonieren musste, weil ich beim ersten Mal der Meinung war, ich hätte ein Sony Ericsson, dabei war es doch ein Nokia (das war ehrlich gesagt, doch sehr nett), auch nicht der, als ich weggedrückt wurde, als ich mich selbst anrief – sondern jener Augenblick, in dem mir das Onlineformular bei der Registrierung für eine neue SIM-Karte meinen Namen absprach.
Von Menschen bin ich das gewohnt, die halten kurz inne, schütteln den Kopf und sagen “häh?”, “wie bitte?”, “im Ernst?” und “wie heißt du dann wirklich?”, aber Datenbanken, Datenbanken!
Ich bin ja fast auf den Tod beleidigt.
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